Mario (Rebetiko-Sängerin)
Dinos Christianopoulos (Dichter)

Wenn das Bouzouki weint

Vom Rebetiko, dem Blues Griechenlands


"Sie lieben mich alle, die Rebetes der Welt." Markos Vamvakaris sollte Recht behalten. Zu seinem 100jährigen Geburtstag widmet ihm die diesjährige Rebetiko-Summerschool in London eine extra Konferenz. Nicht immer waren die Rebetes geliebt. Ihre Lieder standen für die griechischen Flüchtlinge aus Kleinasien, für Kriminelle und Huren: Eine Subkultur, geboren in Haschischhöhlen und dunklen Spelunken, auf der Straße und im Gefängnis. Zu den weinenden Tönen von Bouzouki und Geige singen rauchige Stimmen von Liebe und Tod, von Drogen und Mord. "Angst macht uns nur der Hunger. Darum klauen wir Geld und führen ein üppiges Leben." Erst als vor 50 Jahren der berühmte Komponist Manos Hadjidakis den so genannten "griechischen Blues" als Musikerbe bezeichnete, machte es sich die intellektuelle Elite zueigen. Dennoch aber gibt es sie noch, die Rebetes fern aller Eliten. Markos' Sohn Stelios Vamvakaris und Mario, die berühmte Rebetissa aus Thessaloniki, gehören dazu. Aber auch der Dichter Dinos Christianopoulos, der Historiker Ioannis Zelepos und der Forscher Ulf Buchheld haben sich in den Dienst des Rebetiko gestellt. Sie alle sprechen über ihre Liebe zu diesem Lied, ihre Leidenschaften zu den Vorbildern und ihre ganz persönlichen Erfahrungen.


23. Juni: Scala (WDR5), 12-13 Uhr

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